Die Frau im Sport – Leistungsvergleich

Zwischen Männer und Frauen gibt es neben den primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen zahlreiche Unterschiede, anatomische, physiologische und konstitutionelle. Diese wirken sich auf die Leistungsfähigkeit im Sport aus.

Betrachten wir zunächst einmal nur mal die Statur. Im direkten Vergleich der Durchschnitts Frau mit dem Durchschnittsmann Mann stellt man fest, dass die Durchschnittsfrau um 12 cm kleiner ist, 15 Kg weniger wiegt, ihre Extremitäten kürzer sind, ihre Rumpflänge relativ größer ist, die Schulterbreite ihre Hüftbreite nur um 3 cm übersteigt (Männer um 15 cm), ihre Armhaltung eine leichte X-stellung aufweist und ihre Beinstellung leicht nach innen kippt.

Durch die breitere Hüfte, der kürzeren Extremitäten und der relativ größeren Rumpflänge beungünstigt sich der Körperschwerpunkt nach unten. Diese Verlagerung wirkt sich negativ auf die Lauf- und Sprungleistung der Frau aus.

Durch ihren durchschnittlich 25% leichteren Körperbau erleidet eine Frau schneller einen Ermüdungsbruch.

Aufgrund der geringeren Körpergröße sind ihre Organe wie z.B. das Herz kleiner. Die Sauerstoffaufnahmekapazität der Frau ist deutlich niedriger als beim Mann und auch die Muskeln der Frau sind kleiner.

In den konditionellen Leistungsfaktoren Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit haben eindeutig Männer die Nase vorne. Bei koordinativen Leistungen gibt es keine nennenswerten Unterschiede, solange der Mann diese trainiert. Nur in der Beweglichkeit ist die Durchschnittsfrau besser als der Durchschnittsmann. Schade! Aber umso größer ist der Ehrgeiz der Frau, oder Ladies?!

Leider war das nur ein kleiner Auszug aus zahlreichen Unterschieden. Außerdem erlebt die Frau noch eine hormonelle Beeinflussung.

Leistungseinbrüche im monatlichen Zyklus (von Menstruation bis Ovulation)

Eine Frau unterliegt im Gegensatz zum Mann ständig hormoneller Veränderungen und Schwankungen. Diese Hormonschwankungen von Periode bis hin zum Eisprung bewirken ein Hoch und Tief der sportlichen Leistungsfähigkeit. Eine Frau ist nicht immer gleichbleibend Leistungsstark, ihr Zyklus hat Einfluss auf ihr Leben im Sport. Ein Zyklus der Durchschnittsfrau beträgt 28 Tage, auch wenn ein Zyklus länger dauert findet die Ovulation/Eisprung in aller Regel am 14. Tag des Zyklus statt. Der Zyklus wird in 4 Phasen unterteilt, wobei der 1. Tag dem Einsetzen der Periode entspricht:

Menstruationsphase: 1.-4. Tag

Postmenstruelle Phase: 5.-11. Tag

Intermenstruelle Phase: 12.-22. Tag

Prämenstruelle Phase: 23.-28. Tag

In der Postmenstruellen Phase nimmt der Östrogenspiegel zu (Östrogenen sind weibliche Geschlechtshormone). Diese haben eine anabole Teilwirkung und führen zu einer besseren Belastbarkeit sowie Erholungsfähigkeit. Bei der Durchschnittsfrau (betrifft ca. 2/3 der Frauen) ist dies die Leistungsstärkste Phase im Zyklus.

Die Prämenstruelle Phase, insbesondere während der letzten Tage unmittelbar vor der Menstruation, gilt als die schwächste Phase für ihren Sport. Die Frau leidet unter einer verminderten Konzentrationsfähigkeit sowie einer schnelleren Ermüdbarkeit der Nerven und Muskeln.

Zwar fühlen sich die meisten Frauen während der Menstruationsphase schlapp und wie in einem Formtief, aber 2/3 der Frauen zeigen hier bessere Leistungen als in der Prämenstruellen Phase.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die sportliche Leistungsfähigkeit der Frau 2 Tage vor dem Eisprung langsam abnimmt und es mit dem Einsetzen der Menstruation/Periode langsam wieder bergauf geht.

Fazit: Ja liebe Frauen, wir dürfen auch mal jammern und dennoch macht es uns zum stärkeren Geschlecht, wenn auch nicht unbedingt im Sport.

Trainiert fleißig weiter und lasst euch nicht von den Hormonschwankungen beeinflussen. Nehmt sie als gegeben hin und vergleicht eure Trainingserfolge immer nur mit der vergleichbaren Phase im Rhythmus eures Zyklus.