Paleo im Schulunterricht

Mitte Januar erreichte mich über meine Homepage/Email eine Anfrage einer Schülerin (9. Schuljahr einer Realschule in Augsburg) zum Thema Paleo. Sie hatte sich mit ihrer Projektgruppe im Oberthema „Ernährung“ den Bereich „Paleo Ernährung“ ausgewählt. Sie hatten sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt und auch viele Informationen unter anderem im Internet gefunden. Dennoch blieben so einige Fragen offen und nicht zuletzt kamen viele Unsicherheiten durch verschiedene Informationen/Fehlinformationen des Internets auf.

 

Helfen hilft 😉 – Prävention

Ich erinnerte mich an meine Schulzeit zurück. In meinem 2. Wahlfach wählte ich das Schulfach Hauswirtschaft. Wir erhielten damals das Thema „Diäten“ für Einzel-Projektarbeit. Ich verstand zwar schnell, dass Diäten nicht helfen – aber es hat mich leider nicht vor dem ausprobieren verschont. Also zögerte ich nicht lange mit meiner Zusage.

Umso mehr freute ich mich über den Fortschritt, dass man heute das Thema als Ernährung statt Diät aufgreift. Die Zahl essgestörter Teenager – häufig verursacht durch Diäten und Medien – heutzutage sind unbegreiflich hoch, es ist ein immer wieder erschreckendes Thema für mich. Durch meinen Job komme ich häufiger in Berührung mit dem Thema Essstörung und bin froh, wenn ich Menschen helfen kann. Sei es Erwachsenen Kunden aus ihren Störungen heraus zu helfen oder wie in diesem Ausnahmefall durch Gespräche mit Jugendlichen, diese auf die Natürlichkeit und Gesundheit in der Ernährung aufmerksam zu machen.

 

Fragen und Verständnis der Teenager

Da ich mir zunächst unsicher war in wie Weit bzw. bis in welche Tiefe sie bereits in die Paleo Ernährung eingetaucht sind – und natürlich auch um auszuschließen, dass sie sich nicht auf mein Wissen ausruhen statt selbst zu recherchieren – bat ich die Schülerinnen mir ihre Interview-Fragen vorab zukommen zu lassen.

Die ersten 3 Fragen überraschten mich positiv. Die erste zielte auf Paleo als „Ernährung“ ab, die zweite auf Paleo als „Lebensform“ und die dritte auf Paleo als „Diät“. Es gab zwar noch einiges an Gesprächsbedarf zu den Themen, aber ich war doch sehr beeindruckt wie selbstverständlich Neuntklässlerinnen mit diesen Differenzierungen umgehen können. Das können selbst die meisten Erwachsene nicht. Ob sie dieses Wissen aus der Schule haben, dass weiß ich nicht, aber diese Schule oder zumindest dieser Lehrer scheint seine Schülerinnen in gute Bahnen zu leiten.

Die größte Unsicherheit kam in der Lebensmittelwahl auf. Sie stolperten über verschiedenste Ernährungspyramiden und Widersprüchen zu Lebensmittel, die es früher doch noch gar nicht gab, aber dann doch irgendwie Paleo sein können. Hieraus resultierend rückte dann das Thema „Industrialisierung“ in den Vordergrund. Wir sprachen darüber, was früher undenkbar gewesen wäre, aber heute aufgrund von schnellen und guten Maschinen produziert werden kann – auch ohne Chemie, Agrarwirtschaft, etc.

 

Die gesunde Paleo Ernährung damals – in der echten Steinzeit vs. Paleo mit heutigen Möglichkeiten. ->So könnte man das Fazit aus der Zusammenarbeit betiteln.

Mir hat die Zeit mit den jungen Damen viel Freude bereitet und ich frage mich, ob auch ihr schon durch so eine Art “Helfen hilft” glücklich gestellt wurdet? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!