Woche 26 – Geeignete Nordic Walking Schuhe in der Schwangerschaft

Ich muss ehrlich zugeben, der erste Kilometer beim Nordic Walking gefällt mir nicht. Mit meinen Gedanken bin ich da noch stetig beim Laufen, d.h. ich bin dann traurig, dass es mit dem laufen nicht mehr so richtig klappt, dass ich meine Läuferfigur (vorübergehend) verloren habe und fühle mich nicht als „ich“. Aber schon im Walking des zweiten Kilometers wendet sich die Laune, es macht Spaß – seinen eigenen Atem zu spüren, zu spüren wie das Herz schneller schlägt und die Glückshormone in Wallung kommen.

 

Fußaufsatz beim Nordic Walking im Vergleich zum Laufen, Walken und olympisches Gehen

Der Fußaufsatz in den einzelnen Fortbewegungsvarianten zu Fuß kann sich deutlich ändern. Gerne nehme ich hierzu mich selbst als Beispiel, da es auf mich zutrifft.

Das Wort Fußaufsatz bringt seine Beschreibung in seinem Wort schon mit, man kann beim zu Fuß unterwegs sein nämlich den ersten Bodenkontakt mit der Ferse, mit dem kompletten Fuß oder mit dem Fußballen haben.

Beim Laufen sind alle drei Fußaufsätze möglich, wobei die Variante des ganzen Fußes – auch Mittelfußlauf genannt – die Gelenk- sowie Muskelschonendste Variante ist. Ich selbst bin im Laufschritt mit dem Mittelfuß unterwegs, auch jetzt mit Schwangerschaftsbedingtem Hohlkreuz laufe ich ohne Mühen auf dem Mittelfuß. Meine Haltung des Oberkörpers scheint in dieser Fortbewegungsvariante noch einwandfrei zu funktionieren.

Auch beim Walken sind alle 3 Varianten des Fußes möglich. Hier wird die Masse der Fersenaufsetzenden Geher jedoch schon deutlich mehr. Wenn wir für gewöhnlich spazieren gehen, setzen wir eigentlich immer mit der Ferse zuerst auf, hier gibt es nur ganz wenige Ausnahmen. Spezielle Walkingschuhe sind auf den Fersenaufsatz ausgelegt. Für mich persönlich als Normalgewicht reicht die Dämpfung des gewöhnlichen Laufschuhs aus.

Beim olympischen Gehen – das ist dieses Hüftgewackel welches gerne an Gehfehler erinnert – wird mit der hinteren Fußaußenkante aufgesetzt und bis nach vorne zum Fußballen abgerollt. Setzt man nicht auf der hinteren Fußaußenkante auf – dem Fersenbereich – läuft man schnell Gefahr, dass man in den Laufschritt übergeht – d.h. dass sich beide Füße zur gleichen Zeit in der Luft befinden – und man disqualifiziert wird wegen „Laufen“. Ich muss zugeben, dass ich es lange nicht mehr ausgeübt habe, aber damals haben mir auch hierfür normale Laufschuhe ausgereicht. Die Fußaufsätze auf dem Boden sind verhältnismäßig sanft und bedarf somit keiner starken Dämpfung.

Beim Nordic Walking verändert sich die Haltung des Oberkörpers stark. Im Vergleich zum Laufen, Walken und olympischen Gehen ist die Haltung – bedingt durch recht gestreckte Bein/Knie – deutlich mehr aufrecht. Ausgenommen sind hier die Nordic Walker, die auf über 7 km/h kommen, denn diese müssen sich hierzu nach vorne neigen und dem typischen Nordic Walking Stil ausweichen – sie setzen dann in der Regel auch nicht mehr mit der Ferse auf.

Durch die Veränderung der Oberkörperhaltung findet der Fußaufsatz sehr weit hinten auf der Ferse statt. Etwas schwerere Menschen oder Menschen die zum Hohlkreuz tendieren, wie z.B. Schwangere, sollten sich einen Nordic Walking Schuh oder einen dafür geeigneten Schuh zulegen. Der aufsatzbedingte Aufprall auf dem Boden ist nicht sanft und erschüttert durch alle Gelenke.

Bislang konnte ich einwandfrei mit meinen Laufschuhen Nordic Walking betreiben. Wenn ich schnell unterwegs war, setzte ich mit dem Mittelfuß auf, war ich langsamer mit Kunden unterwegs setzte ich zwar mit der Ferse auf, aber ich befand mich noch nicht im Hohlkreuz und somit war der Aufsatz nicht ganz so weit hinten.

Im sechsten Schwangerschaftsmonat bemerkte ich, dass ich Blasen „unter“ den Fersen bekomme. Ich probierte alle meine Laufschuhe durch. Ich überlegte, ob ein dem Fersenläufer geeigneter Schuh Schuld haben könne, dass ich nun trotz 7 km/h auf der Ferse aufsetze und probierte meine Vor- und Mittelfuß geeigneten Laufschuhe aus. Diese brachten mir jedoch plötzlich Blasen „hinten“ an den Fersen. Als mir dann klar wurde, dass es an meinem schwangerschaftsbedingten Hohlkreuz liegen muss, machte ich mich auf den Weg spezielle Schuhe zu kaufen, denn noch mehr Sportverzicht in der Schwangerschaft kommt für mich nicht in Frage.

 

Nordic Walking (geeignete) Schuhe in der Schwangerschaft

Ich bin kein Fan von grundsätzlichen Empfehlungen und Produkttests, denn jeder hat andere Füße und Empfindungen, deswegen versuche ich an dieser Stelle nur zu umschreiben, wie sich der Schuh an deinem Fuß anfühlen sollte, um als der richtige für dich auserkoren zu werden.

  1. Dämpfung im Fersenbereich: Du wirst in der Schwangerschaft nicht mehr leichter und auch sobald dein Baby da ist wirst du Nordic Walking eher nur betreiben können, indem du dir dein Baby mit einem Tragetuch vor deinen Oberkörper spannst. Aufgrund des Gewichtes solltest du also auf eine möglichst starke Dämpfung achten. Lass dich nicht auf irgendwelche genannten Zahlen oder Wörter eines Verkäufers ein, sondern fühle selber ganz genau, wie weich sich dein Fußaufsatz anfühlt.
  2. Fersenaufsatz: Gehe im Sportgeschäft mit einem übertriebenen Fersenaufsatz auf- und ab. Erst so kannst du fühlen, wie sich der Schuh verhält und ob er dich gegebenenfalls doch zu weit nach vorne bringt. Aufgrund des Hohlkreuzes bzw. Babybauch oder des vorne getragenen Babys sollte dich dieser Schuh ausnahmsweise mal nicht künstlich nach vorne bringen.
  3. Beschaffenheit der Sohle: Achte darauf, dass die Sohle ein möglichst grobes und tiefes Profil hat. Dieses verschafft dir Grip auf rutschigen Stellen, es wird dir ein Gefühl von Sicherheit geben. Die Sohle sollte auch nicht aus zu hartem Gummi bestehen, denn diese kann auf so manchem Untergrund wie z.B. Supermarktboden sehr – und damit meine ich sehr – rutschig werden.
  4. Komfort des Schuh: Bedenke, dass du besonders im dritten Trimester an Wassereinlagerungen leiden könntest. Somit sollte dein Schuh nicht zu knapp in Größe und Weite bemessen sein und auch gerne weich sein. Wenn der Schuh weich ist, dann achte jedoch unbedingt darauf, dass der Schuh dir dennoch genug Stabilität bietet und du nicht das Gefühl hast du könntest leicht umknicken (Stichwort: Hormon Relaxin).

Meine Wahl für den Nordic Walking (geeigneten Trailrunning) Schuh ist ein Modell von Saucony geworden. Ich bin ihn nun zwei Mal gewalkt und für mich ist er perfekt. Sollte er auch in eurem Sportgeschäft angeboten werden, dann probiert ihn mal aus. Aber das Vergleichen und hineinfühlen bitte nicht vergessen.

 

Zu Woche 25